Mein erster Marathon
Irgendwann im Leben kommen einen Dinge in den Sinn, die den Namen “Sinn” nicht verdienen. So dachte ich damals, dass ich ein paar Ziele im Leben brauche. Eben ein paar Dinge, um sich selbst etwas zu beweisen. So ein Marathon wäre doch eine prima Idee. Dachte ich damals. Nun ja.. so ganz unsportlich war ich ja nicht. Ich spielte hier und da Fußball, fuhr viel Fahrrad, war als Fußballschiedsrichter jedes Wochenende unterwegs. Sollte also zu machen sein. Außerdem war ich gerade bei der Bundeswehr. Und nachdem der Grunddienst beendet war, blieb auch wieder Zeit um Joggen zu gehen (während und nach der Dienstzeit).
Rostocker Nachmarathon: August 2003
Der erste Marathon, der in Rostock stattfindet. Das passte natürlich, da ich in Rostock zu der Zeit schon wohnte. Der Lauf ist zwar im Sommer, aber da er erst 17:00 Uhr startet, waren die Temperaturen noch halbwegs erträglich. Trotzdem sonnig und warm gewesen.
Mein Training
Hoho.. hier fangen die Fehler an. Ich hatte natürlich keine Ahnung vom Marathon-Training. Und auf kluge Ratgeber-Bücher habe ich getrost verzichtet. Weiß doch alles besser… dachte ich damals. Meine Philosophie war: der schlimmste Feind ist die Langeweile. Wenn ich 20 Kilometer am Stück laufen kann, dann kann ich auch 40 km laufen. Ich muss dann eben nur die Langeweile überwinden. Beim Wettkampf mit Zuschauern und so, sollte mir wohl nicht langweilig werden. Wenn ich also ein paar Mal (es waren zweimal am Ende) ca. 20 km laufe, dann krieg ich auch nen Marathon hin. Tja.. so war mein Training. Hier und da mal ne halbe Stunde laufen und los gehts. Keine Intervalle, keine großen Läufe…
Der Wettkampf
Bis Kilometer 20
Oh.. ich fühlte mich gut. Wieselflink vorne weg gerauscht. Immer getreu dem Motto: “was du jetzt läufst, musst du später nicht mehr laufen. Je schneller du jetzt bist, desto mehr Zeit kannst du dir später lassen.” Süß… werden jetzt einige denken. Nun ja.. ich war gut unterwegs. Für die ersten 20 Kilometer habe ich bestimmt nicht viel länger als 01:30 h gebraucht. Irgendwann kam der Warnowtunnel bei ca. km 20. Als ich reingelaufen bin, dachte ich so bei mir: “hmm.. langsam wirds ein bisschen beschwerlich”. Ich kam tot aus dem Tunnel.
Der Mann mit dem Hammer
Irgendjemand hat mich im Tunnel mit einem Hammer geschlagen. Es muss so sein! Ich bin reingelaufen und kam nur in Teilen wieder heraus. Zumindest habe ich nur einige Teile noch gespürt. Was war los? Die Langeweile? Fühlt sich eher nach brennenden Muskeln an. Und brennender Lunge. Mein Schweinehund war jedenfalls beflügelt und labte sich an meinem Rückgrat. Bei Kilometer 27 ging nichts mehr. Nur noch Gehen war angesagt. Ab und an kurze Läufe “gefühlte Sprints”. Boah.. und dann dieses Neubau-Viertel. Omas die einen mit Einkaufstaschen fast überholen. Oje… und noch 15 km!!! Der Rest ist nur noch als blutiger, grausamer und wilder Kampf mit dem Schweinehund zu beschreiben. Ich war im Ziel nicht fertig, sondern erledigt, nein scheintot. Immerhin bin ich im Zieleinlauf gelaufen und habe gelächelt. Manch einer hat es mir vielleicht sogar abgekauft.
Das Ende
Deprimierende 4:17 h am Ende. Für die zweite Hälfte fast doppelt so lang gebraucht, wie in der ersten. Unglaublich. Meine Taktik ist also nicht aufgegangen. Und auch mein Trainingsplan hab ich verbrannt. Aber irgendwann lauf ich noch einen. Ganz bestimmt! Und dann mit Training. Muahahahahaaaa…
Ein kleines Suchspiel

Wer mich auf dem Foto findet, schickt die richtige Lösung bitte an lösung@wen-interessierts.de
Ergebnisse in meiner Alterklasse: (20 – 30 Jahre) (gesamt: 79 Teilnehmer):
Platzierung / Startnr. / Kennziffer / Name / Zeit / Minuten pro km / Rückstand

Die Bilder wurden vom Veranstalter geschossen:
Das müsste so Kilometer 10-15 sein. Hier kann man das sogar noch als Laufen bezeichnen! |
Nich mehr lange und der Kriechgang setzt ein.. |
Bedanken möchte ich mich bei Nela und MoPPi, die mich noch Tage danach mit der Schnabeltasse aufgepeppelt haben!
